Max und sein Sax: Wer zuletzt lacht, spielt am besten…

Musikalisches Wunderkind, Ausnahmetalent, Saxophongenie – Max Treutners Begabung weckt große Begriffe, sein Tenorspiel einfach nur Staunen. Die spielerische Souveränität des Vierzehnjährigen, der 2010 und 2012  als bester Solist bei „Jugend jazzt“ (Baden-Württemberg) hervortrat, fasziniert auch ohne Musikverstand. Beim 33. Internationalen Jazz Workshop in Erlangen verriet Max, warum ihm um vier Uhr E-Dur einfällt, weshalb er null Bock auf Punk hat und warum er „Blue Bossa“ auf Jam Sessions hasst. Außerdem lernen wir: Bei Hochbegabten hat Auslachen mal kein übles, sondern ausnahmsweise ein gutes Nachspiel. Weiterlesen

Eins, zwei, drei….Klick! Was Fotografen denken

Bei Konzerten und Sessions sind sie nicht wegzudenken: Fotografen, die konzentriert ihre Arbeit tun. Bekommen sie überhaupt etwas von der Musik mit, während sie die Künstler fokussieren? Was nervt einen Fotografen an Kollegen?  Können sie von ihrer Kunst leben? Fragen über Fragen. Antworten haben Lena Semmelroggen, Dietmar Liehr und Frank Schindelbeck. Weiterlesen

Ähm, ja, sozusagen….Die Sessionmoderation

Ein melodiestarker Trompeter und begnadeter Entertainer wandte sich nach etwa fünf Liedern an sein Publikum mit den Worten: „Wir kommen jetzt zum ersten Höhepunkt des Abends…..“ Wow, das waren doch schon lauter gute Stücke mit fantastischen Improvisationen! Läßt sich sowas steigern? Mucksmäuschenstill verharrte das Sessionpublikum: „Der Pause!“ Weiterlesen

Musik zum Anschauen – Jazz und Fotografie

Freddie Hubbard 20002 im Birdland, Neuburg by Dietmar Liehr

Freddie Hubbard 2002 bei einem Konzert im Jazzclub „Birdland“ in Neuburg an der Donau.  Vielen Dank an den Fotografen Dietmar Liehr (alle Rechte vorbehalten c/o dietmar.liehr@liehrdesign.de)

Jazz ist eine Kunst des Augenblicks. Genau wie die Fotografie. Wer im richtigen Moment klickt, erzeugt ein Paradox.  Zeit, Raum und Motiv sind fixiert, aber ihre jeweilige Energie pulsiert fort. Daher weist ein gelungenes Foto über das, was auf ihm zu sehen ist, weit hinaus. Weiterlesen

Mit oder ohne? Noten und Jazz

c/ Marian Bijlenga

Noten? Natürlich! Dank an die niederländische Künstlerin  Marian Bijlenga (Visual Artist)

Die schwarzen Punkte und die hot blackmusic fanden relativ spät zueinander, vielleicht führen beide deshalb noch heute eine eher lockere Verbindung. Der Grund lag darin, dass die meisten schwarz-afrikanischen Musiker sich ihr Handwerk durch Imitationslernen erarbeitet hatten und sehr gut nach Gehör spielen konnten. Dafür „improvisierten sie und spielten hot, d.h. mit Ausdrucksmitteln, die in der afroamerikanischen Volksmusik  ihren Ursprung hatten. Ihre Musik war im Wesentlichen instrumentaler Blues“ Weiterlesen

Real Book, Bibel der Jazzer (Teil 2)

„Success has many parents but failure is always an orphan.“ John F. Kennedy

Keine Regel ohne Ausnahme. Denn zum Real Book will das Diktum des Präsidenten nicht recht passen. Zwar ist das Buch der Bücher mehr als erfolgreich, aber offiziell traut sich niemand, seine Vaterschaft anzunehmen.  Weiterlesen

Als Intro acht Takte voraus

Ein Blog nur  über Jam- Sessions, trägt das denn? Nun – an Stoff herrscht vorerst kein Mangel. Seit einigen Jahren hab ich Jazz als Musik und als Haltung entdeckt. Seitdem war ich bei vielen Sessions zu Gast. Die ersten Jahre nur als Zuhörerin, später als Einsteigerin. Viel zu lernen war an jedem einzelnen Abend. Der Werkstatt-Charakter, das  Offen-Experimentelle dieser Kunst aus dem Augenblick heraus faszinieren mich. Einige der Gesetze zeigen sich bei einer Session sofort, manche erst mit der Zeit. Vor allem Anfänger scheuen deshalb den Weg auf die Sessionbühne. Aus Gesprächen weiss ich, dass viele Zuhörer bewundern, wie spontan alles entsteht und wie es dem Schein nach ganz ohne Regeln funktioniert, aber es schreckt auch ab. Mein Blog soll Hemmungen abbauen helfen und zum Mitspielen ermutigen. Als Hobbymusiker hat man oft schon genug mit dem Finden der richtigen Tönen zu tun, der Rest sollte nicht unnötig viel Aufmerksamkeut binden. Das Thema Jam-Session hat seine ernsten, aber auch humorvollen Seiten. Ich hoffe, dass meine Ironie in manchen Posts niemanden verletzt. Im Dezmber letzten Jahres hab ich für kurze Termine und Hinweise  die Seite Jam-Radar auf Facebook eingerichtet.  Platz für etwas längere  Improvisation über ein Thema findet sich dort nicht.  In meinem Sessionblog schon… Ich freue mich über Einsteiger und solche, die es werden wollen.

Let’s jam!
Elvira Steppacher

„Too fat for a white tuxedo!“ Ein Treffen mit Jazztrompeter Bobby Shew.


Alle wirklich wichtigen Fragen sind kurz: „Willst Du mich heiraten?“, „Hat der Wagen noch TÜV?“ oder “ Wie war ich?“  In meinem Fall reichten zwei Worte, um erhöhtes Interesse auszulösen. „Schon gesehen?“ Es ist Montag, der 14. September, 21.30 Uhr. Das Handy kündigt eine SMS an: „Schon gesehen?“ schrieb ein befreundeter Posaunist. Weiterlesen

Jam-Session für Vokalisten: Circle and Improvisational Singing mit Erin Perry

Bitte, ich kann auch ohne dich! Jawohl! Spontan meldete ich mich zu einem „Mini Workshop Circle and Improvsational Singing“ an. Eine Session ohne Instrument noch dazu an einem Freitag abend in der Glücksschmiede, das klang vielversprechend. Das Ende vom Lied? „Thank GOD, it’s Friday!“ Ein Besuch bei der Pop-, Rock-, Soul-, Blues- und Gospel-Röhre Erin Perry. Weiterlesen

Je weniger, desto mehr – Jazzfotografie von Stefan Erhardt in der Unterfahrt

Stefan Erhardt ist Vater, Lyriker, Lehrer, Ausbilder, Redakteur und Mitherausgeber des Fußballmagazins „Der tödliche Pass“, um nur einiges zu nennen. Außerdem spielt und fotografiert er Jazz. „Je mehr man weglässt, desto größer die Chance, etwas vom Wesentlichen zu fassen. Spricht da der Lyriker, der Gitarrist? Egal, ich treffe erstmal den Fotografen. „free“ heißt seine Ausstellung, die noch bis zum 21. November 2014 in der Galerie im Jazzclub Unterfahrt in München zu  sehen ist. Weiterlesen

Subvention kills Veränderungsprozess?

Image-1Auf Xing läuft eine interessante Diskussion in der Jazz-Community, ausgelöst durch einen „Aufruf für alle“ von Ulrich Pfahler weil „immer mehr Jazzclubs aufgeben müssen oder Jazzfremde Veranstaltungen organisieren müssen damit ein Überleben möglich ist“. Die sich entzündende Diskussion brachte viele Argumente hervor, bekannte und unbekannte – wer will, möge die Originalbeiträge dort nachlesen. Ganz unten habe ich einige im Überblick zusammengestelt. Weiterlesen

Musik live zeichnen: Elementarer Reichtum, statt Ex & Hopp

Ray Brown (b), George Fludas (dr), Larry Fuller (p) by Livezeichner Horst Müller (Alle Rechte vorbehalten)

Ray Brown (b), George Fludas (dr), Larry Fuller (p) by Livezeichner Horst Müller (Alle Rechte vorbehalten)

Live Zeichner Horst Müller hat auf fremder Leute Hochzeiten gemalt, die Feiern großer Unternehmen illustriert und Benefizgalas in Aquarell getaucht. Doch all das blieben  Zweck-Bündnisse. Als Herzensbund dagegen empfindet er seine Liebe zum Jazz.  In seiner eigenen Hoch – Zeit pendelte der Autodidakt zwischen den Hotspots  der Szene: Burghausen, Erlangen, München Neuburg an der Donau, Regensburg, Salzburg… Jazzer der 90er Jahre kennen ihn aus Clubs wie dem Birdland, der Unterfahrt oder von Jazzfestivals wie dem Salzburger Jazz-Herbst. Von seiner Kunst leben konnte „Live Zeichner Horst Müller“ aus Essen schlecht. Er ist überzeugt, dass Europa eine Partei für Kunst- und Kulturschaffende fehlt. Weiterlesen

Flieg, Voglerchen, flieg…

Thomas Vogler begrüßt jeden Gast in der Rumfordstraße 17 mit einem sonoren „‘n Aaabend“, wobei die Länge des „A’s“ anzeigt, wie gut oder lang er die Gäste kennt.  Der Inhaber der gleichnamigen Jazzbar  polarisiert ordentlich in der Münchner Szene. Sein Humor ist mindestens so ausgeprägt wie sein Starrsinn, wovon auch die Staats-Regierung, die GEMA oder die Lufthansa ein Lied singen könnten. Aber bitte nur bis um 24 Uhr, danach dreht Vogler rigoros ab. Weiterlesen

Sprechen oder Spielen? Das ist hier die Frage!

Foto(1)

Die Jam-Session lebt vom Experiment. Neue, ungewohnte, ja womöglich riskante musikalische Improvisationen sind keine Seltenheit. Gründe gibt’s viele: Weiterlesen