Der Sessionvater – Ein Lob auf das Ehrenamt im Jazz

Er heißt Franz, Peter, Dietmar oder Bernd. Er ist zuverlässig, ausdauernd, selbstorganisiert. Auf jeder Session ist er der Erste, der kommt und der Letzte, der geht. Nicht weil er so viel spielt, sondern weil er so viel aufbaut und wegräumt. Hat er überhaupt heute Abend gespielt? Weiterlesen

Musik zum Anschauen – Jazz und Fotografie

Freddie Hubbard 20002 im Birdland, Neuburg by Dietmar Liehr

Freddie Hubbard 2002 bei einem Konzert im Jazzclub „Birdland“ in Neuburg an der Donau.  Vielen Dank an den Fotografen Dietmar Liehr (alle Rechte vorbehalten c/o dietmar.liehr@liehrdesign.de)

Jazz ist eine Kunst des Augenblicks. Genau wie die Fotografie. Wer im richtigen Moment klickt, erzeugt ein Paradox.  Zeit, Raum und Motiv sind fixiert, aber ihre jeweilige Energie pulsiert fort. Daher weist ein gelungenes Foto über das, was auf ihm zu sehen ist, weit hinaus. Weiterlesen

Mit oder ohne? Noten und Jazz

c/ Marian Bijlenga

Noten? Natürlich! Dank an die niederländische Künstlerin  Marian Bijlenga (Visual Artist)

Die schwarzen Punkte und die hot blackmusic fanden relativ spät zueinander, vielleicht führen beide deshalb noch heute eine eher lockere Verbindung. Der Grund lag darin, dass die meisten schwarz-afrikanischen Musiker sich ihr Handwerk durch Imitationslernen erarbeitet hatten und sehr gut nach Gehör spielen konnten. Dafür „improvisierten sie und spielten hot, d.h. mit Ausdrucksmitteln, die in der afroamerikanischen Volksmusik  ihren Ursprung hatten. Ihre Musik war im Wesentlichen instrumentaler Blues“ Weiterlesen

Real Book, Bibel der Jazzer (Teil 2)

„Success has many parents but failure is always an orphan.“ John F. Kennedy

Keine Regel ohne Ausnahme. Denn zum Real Book will das Diktum des Präsidenten nicht recht passen. Zwar ist das Buch der Bücher mehr als erfolgreich, aber offiziell traut sich niemand, seine Vaterschaft anzunehmen.  Weiterlesen

Die Jazzpolizei

Der Jazzpolizei fehlt die Notrufnummer. Das ist ihr zentrales Problem. Jeder weiß, dass es sie gibt aber niemand kann sagen, wo man sie findet. Wie bei der Mafia, null Service-Orientierung und total retro. Ist doch wahr. Weiterlesen

Real Book, Bibel der Jazzer (Teil 1)

Die Tune-Dex-Cards waren nur 3×7 Zoll klein. Sie sind die Mutter aller real exi- stierenden Real Books. Erfunden hat sie  Mr. George Goodwin, der sehr rechschaffenene Programmdirektor bei W S B, einer Radio-Station in Atlanta, GE.     c/  Kevin Fleming

Das Jazz-Standardrepertoire findet sich im Real Book.  Ein ominöser Name, zu dessen Entstehung mehrere Hypothesen existieren:  Einige vermuten, dass eine profane lautliche Verwechslung mit dem Reelbook, jener Sammlung von schottischen und irischen Volkstänzen vorliegt. Auf Englisch heißt to reel  „taumeln, wirbeln, aufspulen“, ein Reel ist aber auch eine Papierrolle (bzw. Film- oder Kabel- Rolle oder Garn-Spule). Hier wurzelt das showreel, ein Demoband, Weiterlesen

Wenn jemand so angestrengt jemand anderer sein will

„Wenn jemand so angestrengt jemand ander sein will, hört man davon auch etwas an seiner Musik.“ Sidney Bechet, Saxophonist, Klarinettist, Komponist (über den Klarinettisten Mezz Mezzrow)

(aus: Jazz-Lexikon von Martin Kunzler, Rowohlt 1988,Bd. 2,S.789)

Solche Musik ist ein Grund neu zu leben


„Solche Musik ist mehr als eine neue Kunstform. Sie ist ein Grund, neu zu leben.“
Blaise Cendrars, Imker, Fremdenlegionär, Schausteller, Schriftsteller

(aus:  J.E. Behrend:  Ein Fenster aus Jazz, S. 7)

KürzesterJazzer-Witz

Was sagt der Rockmusiker zum Jazzer?
„Zum Flughafen, bitte!“

Als Intro acht Takte voraus

Ein Blog nur  über Jam- Sessions, trägt das denn? Nun – an Stoff herrscht vorerst kein Mangel. Seit einigen Jahren hab ich Jazz als Musik und als Haltung entdeckt. Seitdem war ich bei vielen Sessions zu Gast. Die ersten Jahre nur als Zuhörerin, später als Einsteigerin. Viel zu lernen war an jedem einzelnen Abend. Der Werkstatt-Charakter, das  Offen-Experimentelle dieser Kunst aus dem Augenblick heraus faszinieren mich. Einige der Gesetze zeigen sich bei einer Session sofort, manche erst mit der Zeit. Vor allem Anfänger scheuen deshalb den Weg auf die Sessionbühne. Aus Gesprächen weiss ich, dass viele Zuhörer bewundern, wie spontan alles entsteht und wie es dem Schein nach ganz ohne Regeln funktioniert, aber es schreckt auch ab. Mein Blog soll Hemmungen abbauen helfen und zum Mitspielen ermutigen. Als Hobbymusiker hat man oft schon genug mit dem Finden der richtigen Tönen zu tun, der Rest sollte nicht unnötig viel Aufmerksamkeut binden. Das Thema Jam-Session hat seine ernsten, aber auch humorvollen Seiten. Ich hoffe, dass meine Ironie in manchen Posts niemanden verletzt. Im Dezmber letzten Jahres hab ich für kurze Termine und Hinweise  die Seite Jam-Radar auf Facebook eingerichtet.  Platz für etwas längere  Improvisation über ein Thema findet sich dort nicht.  In meinem Sessionblog schon… Ich freue mich über Einsteiger und solche, die es werden wollen.

Let’s jam!
Elvira Steppacher